| verkostung, gastro, drinkmix, blogger | 18 Nov 2008 |
| GSA Bartender Sektion Ruhrpott, Jam Session Teil 1 by drinkmix |
Jürgen hat einen etablierten mobilen Cocktailservice und wohnt witzigerweise keine zwei Querstraßen entfernt, wir sind uns aber bis dato noch nie begegnet.
Wie dem auch sei, wir trafen uns in der illustren Runde und als Kernthema hatten wir, wie wir den Ruhrpott oder besser erst einmal Duisburg (schließlich sind alles drei quasi Lokalpatrioten) cocktailtechnisch nach vorne bringen können. Schnell waren wir beim Thema Qualität und begannen mit dem Thema Qualität der Ware und was Marketing mit Qualität machen kann. Ein interessantes Beispiel brachte Daniel Biernatowski (Barmanager des Westspiel Casinos in Duisburg) anhand von Tequila zu Sprache: Er habe den Hütchen-Tequila verbannt und durch ein höherwertiges und gleichpreisiges Produkt, das in Deutschland aber der breiten Masse unbekannt ist, ersetzt. Hilfe bekam er dabei von Frau Sonja Erler, die sich gerade um das Thema Tequila in ganz GSA bemüht. Er stellte also den Tequila Corralejo (ich hoffe ich verwechsel den Tequila jetzt nicht). In den Köpfen der Menschen ist Tequila aber fast mit dem roten Hütchen verwachsen und so sind die meisten Gäste eher verwirrt und es bedarf einer Erklärung. Daniel dazu:" Ich stehe dann gerne Rede und Antwort. Schön war nur, als mexikanische Gäste die Krone (Anm. der Red: das Markenzeichen dieses Tequilas) sahen, sind sie schier ausgeflippt vor Freude."
Ein ähnliches Beispiel von gutem Marketing bei einem nicht so tollem Produkt stellten wir beim Cachaca fest, das Marketing des Krebs-Getränks ist einwandfrei, aber keiner von uns würde heute noch diesen Cachaca anrühren, obwohl alle Gäste fragen, was man denn da in den Caipirinha tue und warum kein Pitú genommen wird.
Wir waren uns alle einig, das das Publikum eher schwierig zu handeln ist oder auch einfach noch einen Dornröschenschlaf hält und langsam missioniert und wachgerüttelt werden muss, damit dem Gast auch einmal klar wird, mit was für Produkten er in den verschiedenen Restaurant- und Bar-Ketten förmlich bombardiert wird. Denn wir beobachten immer wieder, das Läden mit Ambiente und schickem Outfit rappelvoll sind, obwohl die Qualität stark zu wünschen lässt.
Fazit dieses Abends: Wir werden handeln und zwar schon bald, der Pott kocht nicht nur, er wird auch bald gerührt und geschüttelt und zwar mit Olive und Kern!!!
Mehr zum gestrigen Abend im nächsten Blogeintrag.

written by daniel witti, 20.11.2008 - 00:06:26
Der Ruhrpott ist noch einer der jüngsten und gleichsam aufstrebensten Spots von und für gute Lebensqualität.
Mein Opa wär Steiger am Pütt in Waltrop, seinen Erzählungen nach hätte ich vor 25 Jahren keinesfalls im Pott wohnen wollen... gut - die Kumpelhaftigkeit, zaunlose Gärten und Lohntütenübergabe in der nächsten Eckpinte hatten sicherlich ihre Vorzüge, aber wir leben in einer Zeit der hohen Zäune, Giralgeld und einer "bling - bling - Gesellschaft". Aber der Pott mausert sich von einem kohlschwarzen Raben zu einem farbenfrohen und wohlklingenden Canarienvogel.
In 2010 blickt ganz Deutschland auf uns "tief im Westen", wir werden große Feste feiern und unsere neue Kultur präsentieren, wo geht dies´ besser als in einer "geilen" Bar.
Wollen wir unsere Gäste wirklich von ahnungslosen, kaugummikauenden Kellnern 45 minuten auf Ihren mies zubereiteten Drink warten lassen, nur weil alle Einheimischen nichts anderes kennen, aber "es gehn ja alle dahin", oder wollen wir bis dahin was schaffen, womit wir mit Stolz unsere Gäste erfreuen können????
In allen Kulturbereichen wird fleißig vorbereitet, renoviert, umgebaut und Berge werden versetzt, auch Getränke und Speisen sind die kleinen Kunstwerke des Alltags, es sind die kleinen Belohnungen, die man sich zum Ausklang eines kulturerfüllten Tages in gemütlicher Gesellschaft gönnt.
Lasst uns gemeinsam ein schönes Bild abgeben!!!
Wer ist dabei???







cheers, axel