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Cocktail Variationen - Kornbrand

Nach einer kleinen Cocktailtour  mit Helmut Adam gestern Abend, so wie dem Artikel über den Trident auf dem Blog von Herrn Meyer (Bitter’s Blog) habe ich mich entschieden, das das Tagesthema dieses Mal nicht um ein altes Rezept geht, sondern einer alten Zutat: dem Kornbrand.

Kornbrand ist eine typisch deutsche Spirituose und wurde erstmals 1507 urkundlich erwähnt.  Es ist die wohl bekannteste deutsche Spirituose. Im Volksmund wird sie einfach nur Korn genannt oder oft auch nur „Klarer“. Wobei „Klarer“ auf alle klaren Spirituosen passt und es keinerlei Gebot gibt, die die Herstellung eines „Klaren“ beschreibt. Wohingegen ein Kornbrand  genauer definiert ist.

Eine Verordnung der Stadt Nordhausen von 1789 besagt:  wenigstens zwei Drittel Roggen oder Korn und höchstens ein Drittel Gerste oder Malz.

Insgesamt konzentriert sich die Kornbrandindustrie auf drei Regionen in Deutschland: Nordhausen in Thüringen, Haselünne im Emsland und Oelde in Westfalen.

Geschichtlich hat sich vor allem Bismarck um den Kornbrand bemüht, so ist nach dem Geschenk von Nordhäuser Doppelkorn überliefert:

„Das sei kein richtiger Kornbranntwein, sondern mit Wasser verdünnter Kartoffelspiritus. Früher habe man nur 50 Prozent Alkohol aus dem Korn gezogen, jetzt könne man gemäß den durch die Maischraumsteuer gebotenen Apparaten nicht anders als wie 90 Prozent und mehr Alkohol ziehen, um die höchste Ausbeute zu gewinnen. Das tauge nichts. Er werde in seiner alten Schönhauser Brennerei noch einmal echten Korn nach alten Rezept brennen lassen und fideikommisarisch sichern, dass seine Söhne das Faß durch Auffüllen mit echtem Stoff voll hielten, damit die echte Sorte erhalten bliebe.“

Nachdem die Nordhäuser Brennerei ihm zwei Faß zur Verfügung stellte, war er beruhigt:

„Für die mir seitens der Herren Brennereibesitzer in Nordhausen zugekommene Gabe von Nordhäuser Branntwein sage ich meinen verbindlichsten Dank und werde der Bestimmung der Herren Geber gemäß, welche meinem eigenen Wunsche entgegenkommt, das altberühmte Produkt Nordhausens fideikomissarisch auf die Enkel vererben, damit der wohlverdiente Ruf dieses heimischen Getränkes auch bei späteren Generationen erhalten und anerkannt bleibe.“

Eine Anekdote noch am Rande: Im Jahre 1545 wurde ein Kornbrennverbot erlassen auf Hinwirken der Bierbrauer, die eine Verteuerung der Grundstoffe für das Brauen entgegenwirken wollten. Auch damals gab es also schon die beiden im Wettstreit liegenden Lobbyisten.

Nun aber zum eigentlichen Thema und zu verschiedenen Versuchsreihen. Zunächst versuchte ich ein paar Klassiker:

Korn Gimlet
1 cl Limettensaft
1 cl Zuckersirup
5 cl Doppelkorn
1 Zeste der Limette

Alle Zutaten in einen Shaker mit Eis geben und gut durchshaken, in ein gekühltes Cocktailglas geben und die Zeste über dem Drink auspressen und dazugeben.

Das Ergebnis ist überraschend vielfältig. Die Substitution von Gin ließ mich erwarten, dass die Aromenbandbreite verloren geht, aber mitnichten.  Sie erfährt eine Änderung ist aber dennoch geschmackvoll und breit, nicht nur nach Ölen der Limette oder Limettensaft.

Interessanterweise gibt es bereits einen Martini mit Kornbrand auf der WebSite der Brennerei Fürst Bismarck, den Alsterschwan. Wir haben die Rezeptur nachvollzogen und später noch minimal verfeinert.

Alsterschwan
5 cl Doppelkorn
1 Spritzer trockener Vermouth

Ein Rührglas mit viel und kaltem Eis geben, das Eis mit Limettensaft und dem Öl der Limette coaten, den restlichen Limettensaft abschütten. Nun alle Zutaten ins Rührglas geben und gut verrühren. Über ein gut gekühltes Cocktailglas abseihen.

Auch hier ist die Substitution gelungen. Wichtig dabei ist, dass der Saft wirklich gut abgeschüttet wird, sonst ist das Öl zu dominant. Wir sind das übergegangen, das überzogene Eis in ein anderes vorgekühltes Rührglas zu geben, damit diese Gefahr gebannt ist. Idealerweise sollte auch schon der Kornbrand entsprechend vorgekühlt sein.

Auch ein Korn Sour hat durchaus seine Berechtigung und seine Breite.

Weitere Substitutionen wurden ebenfalls Probiert und führten zu einem guten Ergebnis: Korn Fizz, Korn Sangaree, Korn Stinger . Sinnvoll erscheint es hauptsächlich Gin oder Wodka zu substituieren.

Übrigens probierte ich auch einen Korn Basil Smash, aber entweder waren die beiden vorhandenen Kornbrände nicht komplex genug oder aber es sind andere Kräuter die verwendet werden sollten. Wir denken zur Zeit über Liebstöckel nach oder Sauerampfer, wir werden hierüber weiter berichten.

Substitution ist aber nicht das Thema dieses Artikels. Ein Korn Sunrise ist ebenfalls getestet worden. Das Highlight jedoch war der Mainhattan.

Mainhattan
4 cl Roggenkorn
2 cl süßer Vermouth
1 Spritzer Underberg Bitter
3 Blatt Zitronenmelisse

Alle flüssigen Zutaten in ein Rührglas mit viel Eis geben und gut durchrühren. Die Zitronenmelisse leicht andrücken und ins gut gekühlte Cocktailglas geben. Den Inhalt des Rührglas in das Gästeglas abseihen.

Aber nun sind wir gespannt auf Variationen der werten Leserschaft.

 

 
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Migology

Bitters Blog

Cocktailwelten

Eventnews

5. International Cognac Summit: Die weibliche Seite des Cognac

Vom 22. bis 25. Januar hat der französische Cognac-Verband „Bureau National Interprofessionnel du Cognac“ (BNIC) in Cognac 24 Fachleute (s. Liste im Anhang) versammelt, die sich dem Thema „Die weibliche Seite des Cognac“ gewidmet haben. Drei Tage des Erfahrungsaustauschs zwischen Barkeepern, Sommeliers und Kellermeistern, aber auch der Verkostungen und Besichtigungen brachten die ganze Harmonie des Cognac ans Licht.

Die Ergebnisse der Verkostungen haben gezeigt, dass Frauen eine luxuriöse und zeitgemäße Verpackung vorziehen und insbesondere runde, kompakte Flaschen und ein originelles Etikett mögen. Diese Merkmale sind der Welt des Parfüms erstaunlich ähnlich. Was den Geschmack und das Aroma angeht, war ebenfalls eine Parallele festzustellen: Leckere und frische Noten des Cognac (Kakao, Vanille, Zimt, Muskatnuss, süße Früchte, Toffee, Orange….) schmeicheln dem weiblichen Gaumen. Diese Aromen und Düfte finden sich in den aktuellen Top 10 der Frauenparfüms wieder, ob in Frankreich, Europa oder weltweit.

„Lady Coeur“, ein Cocktail, der bei diesem Treffen kreiert wurde, folgt dieser Tendenz: Der Cognac wird hier mit Orange, Zimt und Wermut-Rosé (ein lieblicher Wein, mit Zimt-Aroma verfeinert) kombiniert. Der „Lady Coeur“: Ein Valentinstag-Cocktail par excellence!

Lady Coeur

4,5 cl Cognac VSOP
1,5 cl frischer Orangensaft
1,75 cl Zitronensaft
1,5 cl Zuckersirup
2 cl Wermut-Rosé

Mit Champagner abrunden
Mit Zimtpuder bestreuen
Mit Orangenschale garnieren

Teilnehmer:

Matt Armitage Bartender London Cocktail Club UK
Sandy Block Sommelier Legal Sea Foods USA
Sophie Bratt Bartender Harvey Nichols, Leeds UK
Andrea Briccarello Sommelier Galvin Restaurants UK
Alexandre Chalmandrier Sommelier La Tour d'Argent, Paris France
Matthias Dathan Caviste Weinladen Schmidt, Berlin Germany
Carol Donovan Bartender Intoxicatingly Fin Cocktails, Chicago USA
Richard Ellis Caviste Slurp.co.uk UK
Jakob Etzold Bartender Stagger Lee, Berlin Germany
Sandrine Houdré-Grégoire Bartender virgincucumber.com France
Bettina Kupsa Bartender 3 Freunde Bar, Hamburg Germany
Dominique Laporte Sommelier Dominiquelaporte.com France
Jérôme Lefèvre Caviste Cave Hardivin France
Olivier Madinier Caviste Au Verger de la Madeleine France
Laure Patry Sommelier Pollen Street Social UK
Herchelle Perez-Terrado Caviste Waitrose UK
Patricia Richards Bartender Wynn & Encore Resorts, Las Vegas USA
Samuel Roustaing Bartender Le Black Pearl, Cannes France
Willy Shine Bartender Contemporary Cocktails USA
Klaus St Rainer Bartender Goldene Bar, Munich Germany
Bernard Vidal Caviste Le Repère de Bacchus France
Lidwina Weh Sommelier Louis C. Jacob, Hamburg Germany
Lennart Wenk Sommelier Fährhaus Munkmarsch, Sylt Germany
Konny Wunder Bartender Halbestadt, Wien Austria

[Quelle: Cognac Büro]

 

Gastronews

Ricardo Albrecht eröffnet eigene Bar

Ricardo Albrecht ist in der Barszene nun wahrlich kein Unbekannter. Als Barmanager im Shepheard und später im Lebensstern sorgte er für zufriedene Gäste und für Furore bei den Kritikern. Die kürten ihn dann 2009 nicht nur zum ‚Mixologen des Jahres’, sondern zeichneten ihn bei den Tales Of The Cocktail 2010 in New Orleans auch für seine erlesene Spirituosen- und Cocktailauswahl aus.

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Produktnews

Fruchtig und erfrischend spritzig – Lammsbräu EdelHell

Lammsbräu EdelHell überzeugt zu jedem Anlass mit feinaromatischem Geschmacksbild

Darauf haben viele Fans gewartet, endlich hat die Neumarkter Lammsbräu wieder eine neue Spezialität für Bierliebhaber kreiert – Lammsbräu EdelHell. Ursprünglich gebraut nach den festgeschriebenen ökologischen Brau-Geboten, ohne Zusatz von künstlichen Aroma-, Farb- oder Konservierungsstoffen. Als einzige Brauerei  hält die Neumarkter Lammsbräu die Entstehung ihrer köstlichen Bio-Bierspezialitäten vom Rohstoff ihrer Bio-Bauern über die eigene Bio-Mälzerei bis hin zur Abfüllung in umweltfreundliche Glas-Mehrwegflaschen in den eigenen, nachhaltigen Händen. Für den harmonischen Biergenuss aus milder Hopfenbitternote, vollem Malzaroma und einer zarten fruchtigen Note wird das Lammsbräu EdelHell untergärig eingebraut. Nach besonderer Rezeptur kreieren die Lammsbräu Braumeister aus hellem Gerstenmalz, ganzem Bio-Naturdoldenhopfen aus der Region und dem eigenen, naturreinen Quellwasser im kupfernen Sudkessel die fein abgestimmte Bierwürze. Das Lammsbräu EdelHell reift im Lagerkeller bis es seinen Alkoholgehalt von 5,0% und sein abgerundetes Aroma erreicht hat. Ob rustikal oder elegant, das goldgelb glänzende EdelHell bietet mit seiner leuchtenden Farbe, seinem feinporigen, schneeweißen Schaum und seinem erfrischenden, weich ausklingenden Geschmack jederzeit Genuss pur.

[Quelle: Neumarkter Lammsbräu]

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