|
 Das große Zitat der Filmgeschichte „Gerührt – nicht geschüttelt“ (Stirred – not shaken) von James Bond ist heute unser Variations-Thema. Wie vermengt man Flüssigkeiten? Dazu kommen wir später.
Historisch betrachtet ist das Vermengen von Flüssigkeiten zu einem homogenen Bild schon sehr lange bekannt. Selbst die Ägypter vermengten schon verschiedene Flüssigkeiten, zum Beispiel Kokosmilch mit verschiedenen leicht vergorenen Säften. Aus dem medizinischen Bereich und dem Apothekertum erwuchs dann ja später auch der Berufsstand des Bartenders, der verschiedene Flüssigkeiten zum Wohlgefallen des Gastes vor seinen Augen vermengte.

Warum vermischt man Flüssigkeiten? Zum einen gibt es schwer lösliche Flüssigkeiten, die sich von anderen Flüssigkeiten absetzen, zum anderen bringt das Vermengen von Getränken auch eine Geschmacksharmonie (hier ist Harmonie nicht unbedingt als „gut schmecken“ zu verstehen, sondern als Komposition). Um also ein homogenes Getränk herzustellen, vermischt man Komponenten. Doch wieder zurück zur Ursprungsfrage: Wie vermengt man Flüssigkeiten? Die älteste Art ist sicherlich das Verrühren. Zunächst wurde mit einem Stock verrührt, dann mit einem Stock mit flachem Ende, woraus später der Löffel wurde. Auch verzweigte Stöcke wurden genutzt, darauf entstand der Quirl und daraus dann der Schneebesen und Swizzle-Stick. Das „Werfen“ ist sicherlich auch eine der alten Vermengungstechniken. Begründet in der Wissenschaft und meist dem medizinischen wurden hier Flüssigkeiten durch vergießen über eine hohe Strecke miteinander vermengt. Eine kurze bebilderte Anleitung hierzu gibt es in dem Magazin „MIxology“ (Ausgabe 4 in 2008). Der Quirl und der Löffel in den verschiedensten Variationen waren lange Jahre die einzigen Werkzeuge um Flüssigkeiten miteinander zu vermengen. Erst sehr viel später kam dann der Shaker dazu. Das Verrühren von Flüssigkeiten ist dabei nicht so einfach, wie viele Denken. Das Werkzeug nur im Kreis zu drehen ist dabei zwar die einfachste aber nicht immer die effektivste Methode. Mit einem Löffel „chemisch“ zu rühren ist dabei wesentlich effektiver. Das bedeutet auch, das Werkzeug im Kreis zu bewegen, aber dabei auch die Eintauchtiefe während des Rührens zu variieren.
Das Verrühren wird schwieriger, wenn im Getränk Hindernisse sind, wie zum Beispiel Eiswürfel. Rühren mit einem Löffel wird hier deutlich schwerer. Nutzt man hierfür einen Quirl, der zwischen beiden Handflächen gerieben wird, kann man dieses Problem lösen. Außerdem löst man hier noch das Problem, das Getränk schnell zu Vermengen, ohne das es durch das Schmelzen des Eises zu sehr verwässert. Das Verrühren beinhaltet noch eine Komponente: Das Vermischen mit der Luft ist kaum vorhanden. Und genau hier kommt der Shaker zum Einsatz. Durch den Einschluß von Luft im Shaker und das Schütteln der Flüssigkeiten, reagieren alle Komponenten aufgrund des großen Oberflächenaustausches mit Luft. Luft wird also ein Teil des Getränks. Dadurch entstehen cremige und luftige Kompenten wie zum Beispiel ein Schaumtopping. Für einige Getränke ist genau das aber gar nicht erwünscht.
Das Shaken nun wiederum ist nicht nur einfaches hin- und herschütteln der Flüssigkeiten. Und es gibt auch bei weitem nicht nur eine „richtige“ Art zu schütteln. Hier unterscheidet der Bartender ganz verschiedene Arten. Das das wird in einem anderen Artikel näher ausgefasst. |